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Donnerstag, 12 Dezember 2019
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Kassiert der Staat bei meinem Gewinn? – Steuern auf Glücksspiel-Gewinne?

Darf sich derjenige, der im Online-Casino den Jackpot abgeräumt hat, eigentlich unbegrenzt über seinen Gewinn freuen? Oder möchte das Finanzamt vielleicht auch seinen Teil vom Gewinn abhaben in Form von Steuern? Auf diese Fragen gibt es durchaus mehrere Antworten, die wir Euch hier geben wollen.

Von Volker Budinger

„Gewonnen“ – und jetzt? Wer im Online-Casino abräumt, stellt sich nach der ersten Freude vielleicht die Frage, ob er den ganzen Gewinn nun auch einfach behalten kann. Oder muss man vielleicht sogar Steuern auf den Gewinn an den Staat abführen? Die Antwort ist ein klares „Jein“. In den allermeisten Fällen dürfen sich Glückspilze einfach freuen und ihren Gewinn genießen. Es gibt allerdings nicht wenige Ausnahmen und Fallen, bei denen dann eben doch Steuern fällig sind. Wir wollen dieses Wirr-Warr hier auflösen und Antworten geben.

Steuern auf Glücksspielgewinne

Welche Gesetze gelten bei Glücksspielgewinnen?

Es gibt eine Vielzahl von Steuern und Gebühren, die letztlich alle an den Staat fließen. Im Falle von Gewinnspielen sind drei Arten von Bedeutung, nämlich die Einkommenssteuer, die Umsatzsteuer und die Lotteriesteuer. Auch über den Begriff „Gewinnsteuer“ wird man stolpern, der bedeutet allerdings im steuerrechtlichen Fachjargon nicht das, was man als Laie vermutet – mit der Besteuerung von Glücksspiel-Gewinnen hat dieser Begriff jedenfalls nichts zu tun (s.u.).

Einkommenssteuern sind die, die zum Beispiel jeder Angestellte monatlich von seinem Lohn automatisch abgezogen bekommt. Auch Selbstständige, Firmen, Landwirte oder Vermieter zahlen Einkommenssteuern. Gestaffelt zahlt man so immer einen Anteil von dem, was man einnimmt. Sieben Arten von Einkommen, die besteuert werden, gibt es im deutschen Einkommensteuerrecht – konkret im Einkommensteuer-Gesetz (EstG). Das sind Einkünfte aus:

  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gewerbebetrieb
  • selbstständiger Arbeit
  • nichtselbstständiger Arbeit
  • Kapitalvermögen
  • Vermietung und Verpachtung sowie
  • Sonstige Einkünfte (Renten und andere wiederkehrende Einkünfte)

Und da es nur diese sieben Kategorien gibt, folgt daraus: „Gewinne aus Glücksspiel sind nicht einkommenssteuerpflichtig“.

Und zwar gilt das deshalb, weil Gewinne, die aus solchen Quellen stammen, die überwiegend auf Glück oder Zufall beruhen, schlicht nicht vom Einkommensteuer-Gesetz erfasst werden. Sie fallen unter keine der sieben vorgegebenen Definitionen. Vor allem deshalb nicht, weil sie beim „normalen Gelegenheitsspieler“ nicht wiederkehrend oder regelmäßig sind. Das heißt aber auch, es gibt keinen Paragrafen im EstG, der ganz klar sagt, Glücksspiel-Gewinne sind von der Steuer befreit. Es gibt nur keinen, der sie definiert. Und das wiederum schafft viel Interpretationsspielraum für (Finanz)-Gerichte, was vor allem professionellen Spielern zum Nachtteil gereichen kann.

Umsatzsteuern sind ein weiteres Feld. Im Allgemeinen sind sie unter dem Begriff „Mehrwertsteuer“ bekannt. Diese wird in der Regel fällig, wenn ein „Leistungsaustausch“ zwischen zwei Parteien stattfindet – also ein Verkauf oder eine Dienstleistung. Glücksspiel-Gewinne sind von Mehrwertsteuern aber tatsächlich befreit. Geregelt ist das im §4 Absatz 9 b, der besagt, dass die „Umsätze, die unter das Rennwett- und Lotterie-Gesetz fallen“ (umsatz)steuerfrei sind. Mehrwertsteuern werden also auf Glücksspielgewinne definitiv nicht fällig. Das bedeutet aber nicht – wie häufig in Ratgebern angegeben – die generelle Steuerbefreiung (s. Einkommenssteuern und unten).

Ferner gilt noch die Lotteriesteuer. Mit der haben Gewinner aber nur indirekt zu tun. Es werden in Deutschland nämlich Steuern auf den Betrieb von Renn- und Sportwetten sowie Lotterien erhoben. Die muss allerdings der Betreiber auf seine Einnahmen zahlen.

All diese Regelungen gelten allerdings nur für deutsche Lotterien sowie in Deutschland oder der EU lizensierte Sportwetten- oder Online-Glücksspiel-Anbieter.

Ausländische Lotterien fallen unter die jeweiligen Landesgesetze – und nicht EU-Casinos sind eigentlich nicht legal. Im letzteren Fall kann es passieren, dass Gewinne entweder gar nicht gezahlt oder sogar beschlagnahmt werden.

Steuern Einkommensteuergesetz

Diese Einkunftsarten kennt das EStG. Gewinne aus Glücksspielen gehören grundsätzlich nicht dazu.

Was ist ein Glücksspielgewinn im rechtlichen Sinne?

Glücksspiele definieren sich ja dadurch, dass ihr Verlauf überwiegend durch Zufall – oder eben Glück – bestimmt ist. Das ist von Bedeutung, denn Gewinne, die ausschließlich auf Zufall beruhen, fallen nicht unter die Einkommenssteuergesetzgebung – sind also steuerfrei. Das gilt insbesondere für Lotteriegewinne oder einmalige große Jackpot-Gewinne.

Glücksspiel werden – so urteilte der Bundesfinanzhof im Jahr 1999 – außerhalb des Wirtschaftskreislaufs im gesellschaftlichen Bereich veranstaltet, hängen vom Zufall ab, dienen Zeitvertreib, Zerstreuung und Nervenkitzel der Spieler und „erfordern regelmäßig keine nennenswerte geistige Tätigkeit“.

Anders ist das, wenn der Gewinn „auf bestimmten Fähigkeiten“ beruht oder eine regelmäßige Einnahmequelle ist.

So definieren die Gerichte, dass etwa Gewinne aus Termingeschäfte an der Börse – so sehr sie den Anschein eines Glücksspiels erwecken können – nicht rein auf dem Zufall, sondern etwa auf einer geistigen Fähigkeit beruhen. Damit sind diese steuerpflichtig, weil sie ein auf Erwerb basierendes Einkommen sind. Mit der gleichen Argumentation sind aber auch Pokerspieler, die hoch gewonnen haben bereits zum Steuerzahlen herangezogen worden. Das Finanzgericht Köln sah den Ausgang beim Pokern nicht allein auf Zufall basierend an, sondern als „vor allem auf Geschicklichkeit sowie analytischem Denken und psychologischen Fähigkeiten“ fußend.

Wer professionell also quasi beruflich spielt, für den stellen die Gewinne nach Ansicht mehrerer Finanzgerichte eine regelmäßige Einnahmequelle dar – dann kann sogar bei Pokerpreisgeldern oder Gewinnen aus Online-Casinos Einkommens- UND Umsatzsteuer fällig werden.

Wann darf ich Gewinne aus Glücksspiel komplett behalten?

Wie oben erwähnt gibt es keine generelle Befreiung für Gewinne aus Glücksspielen in Deutschland. Allerdings sind die überwiegende Anzahl der Gewinne tatsächlich steuerfrei. Das gilt in jedem Fall, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind.

  • Es handelt sich um einen Gewinn aus einem Glücksspiel, also aus einer Lotterie, einer Sport- oder Rennwette oder um den Gewinn aus einem Spiel in einer Spielbank oder einem Online-Casino, dessen Verlauf nur vom Zufall abhängt. (Poker ist dabei Auslegungssache) Auch Gewinne aus Preisausschreiben, Verlosungen, Tombolas oder Bingo gehören dazu, auch dann, wenn es sich um Sachpreise handelt.
  • Der gewinnende Spieler ist Amateur- beziehungsweise Gelegenheitsspieler. Es gibt also keine regelmäßigen, erwerbsmäßigen Einkünfte aus dem Spiel die alleinig dem Lebensunterhalt dienen.
  • Es gibt keine regelmäßigen Turnierteilnahmen oder (regelmäßige) besondere Verpflichtungen im Umfeld solcher Veranstaltungen wie Moderation oder Werbeauftritte.
  • Die Lotterie, der Wettanbieter, die Spielbank oder das Online-Casino sind in Deutschland lizensiert oder im Fall der Online-Casinos zumindest mit einer EU-Lizenz ausgestattet.

Also wer überraschend einen Lottogewinn gemacht hat oder in einem lizensierten Online-Casino den Mega-Jackpot geknackt hat, darf sich einfach freuen und seinen Gewinn mit vollen Händen ausgeben. Ein Steuerknackpunkt kann dann nur noch kommen, wenn man das Geld auf die hohe Kante legt – dazu mehr weiter unten.

Was bedeutet denn „Gewinnsteuer“?

Irritiert könnte sein, wer bei seinen Recherchen im Netz auf den Begriff „Gewinnsteuer“ stößt. Gewinne sind doch steuerfrei? Ja, GLÜCKSSPIEL-Gewinne (siehe oben – mit allen Ausnahmen und Fallstricken).

Gewinne im steuerlichen Sinne ist aber jedes Einkommen. Deswegen steht der Begriff „Gewinnsteuer“ allgemein als Oberbegriff für Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuern, also für alle Steuern auf wirtschaftliche Erträge, die man als Gewinn eines Wirtschaftsbetriebs verstehen kann.

Mit Gewinnen aus Glücksspielen hat die „Gewinnsteuer“ überhaupt gar nichts zu tun.

Wann muss ich doch Steuern auf Glücksspielgewinne zahlen?

Wie wir gesehen haben (siehe oben), gibt es anders als gerne behauptet wird keine generelle Befreiung für Glücksspielgewinne von der Steuer. Da Glücksspielgewinne in gewisser Hinsicht einfach nur durch das steuerrechtliche Raster fallen, gibt es genügend Fälle, in denen doch Steuern fällig werden – aber in der Regel nicht für die ganz „normalen“ Spieler.

Da es um die Gesetzesauslegung der Gerichte geht, können (müssen aber nicht) Steuern fällig werden, wenn folgenden Bedingungen erfüllt sind.

  • Das Spiel, aus dem der Gewinn stammt, ist kein reines Glücksspiel. Geschick und Können sowie andere Fähigkeiten sind für das Spiel notwendig. Das gilt laut einiger Finanzgerichte zum Beispiel für Poker. Dabei entscheide nicht nur der Zufall über den Ausgang. Das kann auch für Intraday-Börsenspekulationen gelten, die zwar einen Glücksspielcharakter haben, aber auch (eigentlich) Fähigkeiten verlangen. Grenzbereiche sind auch sportliche Veranstaltungen oder auch E-Sport-Turniere. Beim „Glückswurf“ auf den Basketballkorb zum Beispiel wäre es möglich, dass die (Finanz)-Richter darauf schauen, ob der Werfer Profisportler oder Amateur ist. Auch Gewinne, die in Fernsehshows gemacht werden, Quizsendungen wie „Wer wird Millionär“ oder auch „Schlag den Star“ und ähnliches, werden in der Regel besteuert. Die Richter argumentieren dabei, dass bestimmte Fähigkeiten Voraussetzung für den Gewinn seien, also Wissen oder physische Eigenschaften.
  • Der Spieler ist ein Profispieler. Wer erwerbsmäßig spielt und von regelmäßigen größeren oder kleineren Gewinnen seinen Lebensunterhalt bestreitet, der fällt unter die Steuergesetzgebung. Es können sogar Umsatzsteuern fällig werden – Gerichte sehen solche Spieler nämlich mitunter als „Unternehmer“ an. Auch wer regelmäßig an Turnieren – off- oder auch online – teilnimmt, zu verschiedenen Veranstaltungen reist und vielleicht auch als Moderator bei zum Beispiel Pokerturnieren tätig ist, wird seine Gewinne versteuern müssen. Beispiel ist der Profi-Pokerspieler Eddy Scharf, den das Finanzgericht Köln entsprechend einstufte.
  • Falls der Gewinn bei einer nicht-deutschen oder sogar Nicht-EU-Lotterie erzielt wurde oder in einem Online-Casino, dass nicht in Deutschland (also in Schleswig-Holstein) oder der EU lizensiert ist, dann können Steuern fällig werden. Und zwar unter Umständen mehrfach. Es gilt dafür zunächst einmal das Steuerrecht des entsprechenden Landes. So kann es also sein, dass in dem Land, in dem die Lotterie oder das Casino ansässig sind, Steuern fällig werden. Das gilt auch für Gewinne vor Ort zum Beispiel in einem Casino im Ausland. Unter Umständen können dann auch noch mal Steuern und Gebühren fällig werden, wenn das Geld auf euer Konto transferiert wird – oder wenn ihr es aus dem Ausland in bar mitbringt. Bei Online-Casinos ohne EU-Lizenz kann unter Umständen das gewonnene Geld sogar beschlagnahmt werden, denn durch die aktuelle Rechtslage im Zusammenhang mit dem Glücksspielstaatsvertrag sind zwar Online-Casinos mit Schleswig-Holstein-Lizenz in Deutschland (eigentlich nur in dem Bundesland) erlaubt und auch Online-Casinos mit EU-Lizenz haben zumindest einen gewissen „Duldungsstatus“. Andere Online-Casinos sind streng genommen in Deutschland illegal, das heißt, Gewinne daraus wären es auch.
  • Etwas indirekter sind die späteren Folgen eines großen Gewinns. Denn selbst wenn der – einmalige – Gewinn steuerfrei ist, müssen später Steuern gezahlt werden, wenn man durch die Investition des Geldes etwa Erträge hat. Das findet ihr im nachfolgenden Abschnitt nochmal genauer beschrieben.

Was ist, wenn ich meinen Gewinn mit Zinsen anlege?

Wie wir gesehen haben, sind Gewinne aus Lotterien, Sportwetten und anderem Glücksspiel in der Regel steuerfrei – außer ihr seid Profi-Spieler. Wenn ihr das gesamte gewonnene Geld auf den Kopf haut und nur zum Vergnügen ausgebt, ist es danach zwar weg, Steuern müsst ihr dann aber auch definitiv keine bezahlen.

Anders ist das, wenn Ihr das Geld „vernünftiger“ investiert und es zum Beispiel in Immobilien investiert oder in Aktien oder es einfach auf ein Sparbuch legt. Denn dann gelten die gleichen Regeln für Einkommenssteuern wie sonst auch. Ihr erwirtschaftet nämlich mit Zinsen oder Miet- und Pachteinnahmen einen Ertrag – und der ist einkommenssteuerpflichtig.

Das heißt, der Gewinn an sich bleibt steuerfrei, aber indirekt zahlt ihr Steuern wenn ihr vom Gewinn ein Haus kauft und es vermietet. Dann aber auf die Miete und nicht auf den Gewinn. Für Zinsen bei Sparbüchern und ähnlichem gelten dann die sogenannten Quellen- und Abgeltungssteuern je nach der Summe (Freibeträge und Freistellungsaufträge gelten natürlich ganz normal). Und wer in Aktien investiert muss auf die daraus entstehenden „Kapitalerträge“ natürlich auch Steuern zahlen.

Solltet Ihr eine große Summe gewonnen haben und einen Gutteil davon an Menschen Eurer Wahl verschenken – solltet ihr auch die Hilfe eines Steuerexperten wie etwa einem Steuerberater suchen. Denn dann kann je nach Summe auch Schenkungssteuer fällig werden.

Wo darf ich überhaupt legal gewinnen?

Um das nochmal zu betonen: Lotterien, Preisausschreiben, Sportwetten, Spielbanken, Spielhallen und Online-Casinos mit deutscher Lizenz sind vollkommen unproblematisch. Sie sind lizensiert und garantieren in der Regel auch, dass man den Gewinn auch tatsächlich bekommt.

Dort könnt ihr ganz legal und – wenn ihr kein Profi-Spieler seid – auch steuerfrei gewinnen.

Online-Casinos mit EU-Lizenz sind eigentlich ebenso sicher, auch wenn sie rechtlich in einer Grauzone schweben. Da EU-Recht aber auch in Deutschland Geltung hat, dürft ihr auch dort legal, sicher und steuerfrei Gewinne einstecken (als Hobby-Spieler s.o.).

Bei Lotterien, Lotterie-Anbietern, Sportwett-Anbietern, Vor-Ort-Casinos und insbesondere Online-Casinos, die nicht in der EU lizensiert sind, kann es nicht nur steuerlich kompliziert werden. Es kann auch sein, dass ihr gar nicht an den Gewinn kommt oder sogar, dass ihr Euch strafbar macht und eventuelle Gewinne beschlagnahmt werden.

Eine Übersicht, in der sämtliche Vorteile der Online-Casinos mit EU-Lizenz aufgeführt sind, sowie eine Auswahl der Top-Casinos mit EU-Lizenz, findet Ihr hier.

Fazit

Im Großen und Ganzen gilt: Gewinne aus legalem Glücksspiel, dessen Anbieter in der EU lizensiert ist, fallen in Deutschland nicht unter die Einkommenssteuerpflicht, wenn der Gewinner kein Profi-Spieler ist. Auch Umsatzsteuer wird nicht fällig.

Profi-Spieler und Gewinner bei Poker, Fernsehshows, Börsenspekulationen oder anderem, bei dem ein bestimmtes Können gefragt ist müssen damit rechnen, zur Einkommenssteuer herangezogen zu werden. Profi-Spieler unter Umständen auch zur Umsatzsteuer.

Wer bei Nicht-EU-Anbietern gewinnt, kann über die Steuer hinaus Probleme bekommen.