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Samstag, 21 September 2019
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Spiele ich eigentlich zu viel? – Wie man Spielsucht erkennt und was man on- und offline dagegen tun kann

In eine Glücksspielsucht kann man schnell geraten – ohne, dass man es so richtig selbst bemerkt. Es gibt eine Reihe von Anzeichen, auf die hin man sich selbst überprüfen kann, oder die Angehörigen und Freunden auffallen können. Sowohl on- wie auch offline gibt es aber wirksame Werkzeuge zum Spielerschutz. In diesem Blogbeitrag stellen wir sie vor.

Von Volker Budinger

„In die Glücksspielsucht ist man schneller gerutscht als man denkt. Die Folgen können drastischer sein als viele ahnen.“, mit diesen zwei Sätzen fasst die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) recht kompakt zusammen, wie sich Spielsucht äußern kann. Denn wie bei eigentlich allen Süchten merkt häufig der Betroffenen selbst als Letzter, dass er überhaupt in eine Sucht geraten ist. Und das kann fast überall passieren, offline in einer Spielothek etwa oder online am Computer oder am Smartphone. Welche Glücksspielarten on- und offline welches Suchtpotenzial haben, wie man eine Glücksspielsucht erkennt und was man on- und offline dagegen tun kann, wollen wir hier behandeln.

Welche Glücksspiele haben Suchtpotenzial?

Von Pferdewetten über Spielautomaten, Online-Slot-Games bis zu Lotto, Poker oder gar Intraday-Trading – die Bandbreite dessen, was unter Glücksspiel gezählt wird, ist breit. Keines davon führt allerdings zwingend zu einer Sucht – das unterscheidet Glücksspiele von vielen anderen „Suchtmitteln“. Allerdings gibt es ein unterschiedlich großes Potenzial, doch zu einer Spielsucht zu führen. Experten unterscheiden da zwischen „eher geringem“, „mittleren“ und „eher hohem“ Gefährdungspotenzial. Wie stark Glücksspiele abhängig machen können, hängt dabei von mehreren Faktoren ab:

  • Wie schnell ist die Spielabfolge?
    Einmal die Woche Lotto zu spielen – mit nur einer Gewinnausspielung – hat laut Experten nur ein geringes Potenzial, zu einer Sucht zu führen. Dagegen seien Spiele mit einer schnellen Spielabfolge wie sie an Spielautomaten oder bei Online-Slots gegeben ist, durchaus gefährlicher. Wer bereits eine Sucht entwickelt habe, so etwa die Experten der BZgA, der werde auch eher zu schnellen Spielen greifen, weil dort die „Wirkung schneller einsetzt“ – also schneller mal Etwas zu gewinnen ist – und natürlich auch zu verlieren. Bei schnellen Spielen dauert da auch der „Frust“ über einen Verlust nicht so lange an – mit dem nächsten Spiel könnte ja wieder gewonnen werden.
  • Wie schnell wird ein Gewinn ausgezahlt?
    Geschwindigkeit ist auch ein Faktor bei der Gewinnverfügbarkeit. Je eher es mögliche Gewinne gutgeschrieben gibt, desto eher kann ein süchtiger Spieler sie auch wieder investieren. Die Aussicht auf schnelle Gewinne erhöhen ebenfalls das Suchtpotenzial.
  • Wie sehr entsteht der Eindruck, das Spiel beeinflussen zu können?
    Wenn bei Glücksspielen alles seine Richtigkeit hat, dann ist es allein der Zufall, der bestimmt, ob jemand gewinnt oder verliert. Das ist eine der wesentlichen Definitionen von Glücksspiel. Dennoch gibt es bei manchen Spielen zumindest subjektiv den Eindruck, man könnte einen mehr oder weniger großen Einfluss auf den Verlauf des Spielgeschehens nehmen. Das, so sagen die Experten, erhöht das Suchtpotenzial. Zu diesen – in der Regel nur scheinbaren – Einflussmöglichkeiten zählt etwa ein Stopp-Knopf am Spielautomaten. Auch „Hintergrundinformationen“ etwa bei Pferde- oder Sportwetten oder beim Intraday-Börsentrading sind nie ein „todsicherer“ Tipp – ob das Pferd oder der Fußballverein gewinnt oder ob der Aktienkurs steigt, hängt nie von nur wenigen Faktoren ab. Auch Bayern München verliert mal gegen einen Regionalligisten im DFB-Pokal. Außerdem gibt es gerade bei Fußball häufig die Chance als vermeintlich unterlegene Mannschaft mit nur einem glücklichen Tor zu gewinnen. Im Übrigen überschätzten laut Experten viele Spieler ihr Wissen. Eine teilweise Ausnahme ist etwa, wie gut man beim Pokern am Spieltisch bluffen oder die Reaktion der anderen Spieler lesen kann – wie die Karten verteilt werden, ist aber dennoch Zufall.
  • Wie hoch sind die Gewinne, Chancen und Einsätze?
    Große mögliche Gewinne – wie bei hohen Jackpots – und/oder die Möglichkeit, nur kleine Geldbeträge einsetzen zu können, erhöhen das Gefährdungspotenzial von Glücksspielen, so die Suchtforscher. Auch wenn man nicht mit „echtem Geld“, sondern mit Jetons oder Credits spielt – oder die Kreditkarte einsetzen kann – sei das gefährlicher respektive gefährdender. Gibt es dazu noch viele kleine Gewinne oder Fast-Gewinne, würden von den Spielern damit die Gewinnmöglichkeiten auch positiver eingeschätzt als sie tatsächlich sind. Auch die mögliche Spannbreite von Einsätzen – von sehr klein bis sehr groß – spielt eine Rolle. Wenn man nach einem Verlust beispielsweise versucht, durch einen deutlich höheren Einsatz den Verlust wieder auszugleichen, ist man unter Umständen auf dem Weg in die Spielsucht.
  • Welche Atmosphäre vermittelt das Spiel?
    Spiel, Spaß und Spannung – genau danach suchen die meisten Menschen, um sich zu unterhalten. Bei vielen Online-Spielen ist das ein Faktor für eine gute Bewertung, aber es erhöht ganz natürlich auch die Gefahr, eine Sucht zu entwickeln. Eine solche Atmosphäre ist aber nicht nur bei gut gemachten Online-Slot-Spielen mit schöner Grafik und Musik gegeben, sondern auch etwa auf der Rennbahn beim Pferdewetten oder in einem Spielcasino. Auch Spielautomaten versuchen durch Licht- und Toneffekte „Stimmung“ zu machen.
  • Wie verfügbar ist das Glücksspiel?
    Je geringer die zu überwindende Schwelle zum Spiel, umso höher sei das Potenzial der Suchtgefahr, wird gesagt. Beispielsweise Rubbellose oder Online-Spiele haben damit ein höheres Suchtpotenzial als etwa Roulette spielen in einem Spielcasino.

Allerdings gilt natürlich, dass auch Glücksspiele mit einem sehr hohen Gefährdungspotenzial eben nicht zwingend zur Spielsucht führen. Dass hängt auch vom einzelnen Spieler, seinem Charakter und/oder den Lebensumständen ab.

Wie erkennt man, dass man selbst oder ein Angehöriger oder Freund spielsüchtig oder gefährdet ist?

(Fast) bei allen Suchtformen – außer einigen synthetischen chemischen Drogen, die in der Regel beim ersten Gebrauch süchtig machen – entstehen Süchte schleichend. Alkohol, Tabak und Glücksspiel sind ja für viele Menschen in erster Linie etwas zum Vergnügen, man genießt es, hat Spaß. Experten sprechen dann von „Gebrauch“ – Spaß zu haben ist schließlich nichts Falsches oder Verbotenes.

Wer allerdings regelmäßig und gewohnheitsmäßig ein potenzielles „Suchtmittel“ konsumiert, kann leicht in den Bereich des sogenannten „Missbrauchs“ geraten und schließlich in eine „Abhängigkeit“. Bei der Glücksspielsucht sind dabei viele Symptome ähnlich wie bei anderen Süchten – und häufig ist dem Betroffenen selbst gar nicht recht bewusst, dass er abhängig ist. „Ein Glücksspielsüchtiger betrügt sich selbst und andere“, sagen die Suchtexperten der BZgA etwa.

Spielsucht erkennen

Symptome sind etwa, dass das Denken des Betroffenen fast nur noch ums Spielen kreist, dass es zum Kontrollverlust, einem „Nichtaufhörenkönnen“ kommt und derjenige auch nicht Pausieren will. Anderes wie Hobbys, Familie oder auch der Beruf werden vernachlässigt und es werden Versuche gestartet, auf legalem oder auch illegalem Weg Geld für das nächste Spiel zu besorgen.

Unter anderem die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, verschiedenen Hilfsorganisationen und -angebote wie Spielsucht-Therapie.de, die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern oder viele Online-Casinos wie Mr. Green, Casumo sowie Leovegas (und weitere) bieten etwa einen Online-Selbststest an, mit dem man überprüfen kann, ob das eigene Spielverhalten noch in Ordnung ist.

Spielsucht Casumo Cares

Mit einigen Fragen, die man sich ehrlich und kritisch selbst beantworten sollte, kann man ebenfalls bereits die Tendenz erkennen, in die Spielsucht zu geraten. Wer eine oder mehrere der folgenden Fragen mit „Ja“ beantwortet, der sollte sich eingestehen, dass er Hilfe braucht:

  • Denken Sie viel oder sogar ständig über das Glücksspiel nach, etwa um neue Strategien zu Gewinnen oder wie sich Geld fürs Spielen auftreiben lässt?
  • Haben Sie bereits vergeblich versucht, weniger zu spielen?
  • Haben Sie für das Spielen bereits Familie, Partner, Freunde oder die Arbeit vernachlässigt oder gab es bereits Schwierigkeiten deswegen?
  • Mussten Sie bereits mehr spielen oder mehr einsetzen, um die gleiche Erregung zu spüren?
  • Verheimlichen Sie gegenüber anderen, dass Sie Glücksspiele spielen oder haben Sie versucht, das zu verheimlichen?
  • Wenn Sie nicht spielen, verspüren Sie dann Unruhe oder Gereiztheit und das Verlangen, zu spielen?
  • Versuchen Sie mehr oder mit höheren Einsätzen zu spielen, um Spielschulden tilgen zu können?
  • Haben Sie bereits versucht, auf illegalem Wege an Geld fürs Spielen zu kommen?
  • Mussten andere bereits Spielschulden für Sie bezahlen, weil ihre finanzielle Lage schlecht ist?

Analog sollten Freunde, Partner oder Familienangehörige beim Verdacht, dass jemand spielsüchtig ist, hinschauen und nach den entsprechenden Symptomen Ausschau halten. Zum Beispiel, wenn dauernd trotz vielleicht gutem Gehalt das Konto aus nicht ersichtlichem Grund leer ist, der Partner dauernd vor dem Computer sitzt oder nicht nachvollziehbar „unterwegs“ ist.

Tipps, damit Spielen nicht zur Sucht wird und Spaß bleibt

Damit das Spielen ein Vergnügen bleibt, gibt beispielsweise das Online-Casino Mr.Green auf seiner Seite greengaming.com, auf der es um verantwortungsbewusstes Spielen geht, einige Tipps. So rät man etwa, ausdrücklich zur Unterhaltung zu spielen und nie um des Geldes Willen. „Glücksspiel ist nie eine Möglichkeit, finanzielle Probleme zu lösen“, heißt es da. Öfter mal Pausen machen, sich den Wecker stellen und Limits zu setzen, sind weitere Ratschläge. Und die Spieler sollten, so der Rat, nie der Versuchung nachgeben, durch noch mehr Spielen Verluste wett machen zu wollen. „Beim Glücksspiel verliert man viel öfter als man gewinnt“, erklären die Casino-Betreiber auf ihrer Seite. Alkohol und Drogen sollten beim Spielen tabu sein und das Spiel solle man auch nicht als Flucht aus dem Alltag einsetzen. „… das Glücksspiel sollte immer nur eine Form angenehmer und entspannender Unterhaltung sein“, ist in dem Angebot zu lesen.

Welche Maßnahmen gibt es on- und offline, wenn man merkt, dass man zu viel spielt oder spielsüchtig ist?

Wer merkt, dass sein Spielverhalten den Rahmen des Vergnügens verlässt sowie für Angehörige und Freunde von Spielsuchtgefährdeten oder Spielsüchtigen gibt es verschiedenen Hilfsangebote. Unter anderem auf der Seite der BZgA gibt es ein Verzeichnis der Anlaufstellen in Wohnortnähe. So bieten etwa die Wohlfahrtsverbände Diakonie, Caritas und weitere Hilfe für Betroffene an. Außerdem gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen, Fachkliniken und mehr.

Die Experten raten auch dann bereits Beratung in Anspruch zu nehmen, wenn man „nur“ die Tendenz zur Spielsucht bemerkt.

Neben der BZgA bieten auch etwa die Seite Spielsucht-Therapie.de, die Anonymen Spieler, der Fachverband Glücksspielsucht und andere sowie beim Thema Online-Spiele auch viele Online-Casinos Hilfe an. Einige Anbieter habe sich dort nämlich das verantwortungsbewusste Spiel und den Schutz der Spieler sehr explizit auf die Fahnen geschrieben.

Bevor es zur Spielsucht kommen kann, kann man in den meisten Online-Casinos Maßnahmen ergreifen. Beispielsweise um den Einsatz von Geld oder auch Spielzeit zu limitieren oder sich auch selbst für eine Weile sperren zu lassen. Einige gute Beispiele für solche Tools gibt es hier aufgeführt. Unabhängig von den Online-Casinos gibt es auch Sperrprogramme wie Gamban und ähnliche, die den Online-Zugang zu Spielcasinos im Netz sperren.

Aber auch offline – in Spielhallen, -casinos oder bei Sportwetten- oder Lotto-Anbietern – gibt es Möglichkeiten, sein Spielverhalten einzuschränken. Sind die Werkzeuge bei den verschiedenen Online-Casinos allerdings recht differenziert, flexibel und vielfältig, so sieht das offline anders aus. In der Regel kann man sich nur selbst ein Geld- oder Zeitlimit setzen und muss dies auch selbst einhalten – ohne externe Kontrollmöglichkeiten.

Eine Sperre für einen bestimmten Zeitraum oder sogar auf Lebenszeit ist dagegen gesetzlich im Glücksspielstaatsvertrag geregelt. Staatliche Anbieter von Lotterien oder Sportwetten wie Toto sowie staatliche Spielbanken bieten sowohl dem Spieler als auch Angehörigen – oder den Mitarbeitern der Spielbanken – die Möglichkeit, einen Spieler zu sperren. Damit wird den gesperrten Personen der Zutritt zu den Spielbanken verwehrt und sie dürfen keine „Spielvereinbarungen“ wie Toto-Scheine mehr abschließen. Fremdsperren müssen dabei immer begründet sein. In der Regel kann man sich in den Spielbanken selbst oder in entsprechenden Annahmestellen sperren lassen. Bei den Lotterien gibt es eine Ausweiskontrolle aber nur bei den Spielen, die als besonders gefährdend eingestuft werden wie Keno. In Spielbanken gibt es Zugangskontrollen, die auch die Einhaltung der Spielersperre sicherstellen sollen – und natürlich, dass Minderjährige nicht am Glücksspiel teilnehmen.

Auch für gewerbliche Anbieter von Spielhallen oder Sportwetten gelten Vorschriften für Spielersperren. Es besteht zum einen – meistens – die Möglichkeit, sich in Spielhallen selbst für jeweils diese sperren zu lassen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich für alle Spielhallen und Sportwetten sperren zu lassen. Das ist bei den jeweiligen „Landeskoordinatoren Glücksspielsucht“ der jeweiligen Bundesländer möglich. Eine Übersicht gibt es hier. Allerdings gibt es dabei nur die Möglichkeit der Eigensperre – eine Sperre durch Angehörige ist dabei nicht möglich.